Prof. Dr. Sören Schwertfeger

Prof. Dr. Sören Schwertfeger, geb. 1979 in Schwerin, ist seit August 2014 Assistant Professor an der ShanghaiTech University in Shanghai, China. An der School of Information Science and Technology (SIST) ist er Leiter des Mobile Autonomous Robotic Systems Lab (MARS Lab) und Mitglied des ShanghaiTech Automation and Robotics Centers (STAR Center). Er lehrt Informatik und Robotik. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen der autonomen, mobilen Robotik, der mobilen Manipulation, der Such- und Rettungsrobotik, der Kartenerstellung für Roboter sowie der Künstlichen Intelligenz für Robotik. Nach Absolvierung eines Studiums der Informatik an der Universität Bremen in 2005 erlangte er im Jahr 2012 an der Jacobs University Bremen einen PhD in Computer Science. Bis 2014 arbeitete er weiterhin an der Jacobs University als PostDoc. 2010 beschäftigte er sich bei einem achtmonatigen Forschungsaufenthalt an dem US „National Institute of Standards and Technology (NIST)“ mit der Standardisierung und Evaluierung der Leistung mobiler Roboter. Zudem absolvierte er 2015 einen zweimonatigen Forschungsaufenthalt an der UC Berkeley. Prof. Dr. Schwertfeger organisierte als General Chair das 2017 IEEE International Symposium on Safety, Security and Rescue Robotics (SSRR). Darüber hinaus ist er Associate Editor für das IEEE Robotics and Automation Magazine, sowie Guest Editor für das Journal of Field Robotics.


Von China zu ChAIna?

Die Künstliche Intelligenz (KI) ist derzeit eines der Top-Themen in Wissenschaft und Technik. Seit einigen Jahren sehen wir rapide Fortschritte in der KI, die große Erwartungen, aber auch Ängste für die nahe Zukunft in Politik, Wirtschaft und der Bevölkerung geweckt haben. Dies gilt sowohl für Europa, die USA, als auch für China. China ist dafür bekannt, mittels gezielten Investitionen in Wissenschaft und Wirtschaft, sowie einer schnellen und durchgreifenden Gesetzgebung, bestimmte Bereiche zu fördern. Ein Beispiel hierfür ist die „Made In China 2025“ Initiative von 2015, die den Anteil der heimischen Komponenten in High-Tech Produkten von derzeit 40% auf 70% steigern will. Im Juli vergangenen Jahres hat der chinesische Staatsrat den “New Generation Artificial Intelligence Development Plan” verkündet, dessen Ziel es ist, China bis 2030 zum Weltführer in der Künstlichen Intelligenz zu machen. Der Plan beschreibt vielfältige Instrumente, um anhand einheimischer Innovationen eine innovationsgetriebene Wirtschaftsentwicklung zu erreichen. Neben gezielter Wirtschaftsförderung und Gesetzgebung ist ein wichtiger Ansatz dieses Programms, die Entwicklung der einheimischen Wissenschaft und Forschung, sowie die Förderung der inländischen Talente. Des Weiteren gibt es in China auch Tech-Giganten wie Tencent, Alibaba oder Baidu, sowie viele Startups, die, protektiert durch die chinesische Regierung, in KI investieren. Dies weckt im Westen die Sorge, dass China den Westen in der KI-Entwicklung überholen könnte. Prof. Dr. Schwertfeger berichtet über seine Erfahrungen in China, die dortige rapide Entwicklung und Durchsetzung neuer Technologien und der KI.