Prof. Dr. Markus Taube

Prof. Dr. Markus Taube studierte Sinologie und Volkswirtschaftslehre in Trier und Wuhan (VR China) und promovierte an der Ruhr Universität in Bochum. Für seine Dissertation wurde er mit dem Walter-Eucken Preis ausgezeichnet. Zwischen 1996 und 2000 war er am ifo Institut für Wirtschaftsforschung, München, tätig. Seit dem Jahr 2000 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Ostasienwirtschaft/China der Mercator School of Management an der Universität Duisburg-Essen. An der Universität leitet er zudem als Direktor die IN-EAST School of Advanced Studies (Innovationsforschung mit Ostasienbezug) und engagiert sich als Ko-Direktor des Konfuzius Instituts Metropole Ruhr. Markus Taube ist amtierender Präsident der Euro-Asia Management Studies Association (EAMSA) und hält bzw. hielt diverse Gastprofessuren in China (Nankai University – Tianjin, Jilin University – Changchun, Huazhong University, Wuhan) und Italien (Ca’Foscari – Venedig). Als Mitglied der Expertengruppe der „Deutsch-Chinesischen Plattform Innovation“ berät Markus Taube das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und unterstützt u.a. die Stiftung Wissenschaft und Politik und das Mercator Institute for China Studies (MERICS) als Mitglied Wissenschaftlicher Beiräte. Als Gründungspartner von THINK!DESK China Research & Consulting hält er engen Kontakt zu in China engagierten Unternehmen und mit China befassten industriepolitischen Akteuren.


Künstliche Intelligenz made in China – Staatskapitalismus als Erfolgsrezept?

Mit unerwarteter Dynamik hat China in den letzten Jahren den Nimbus einer auf Plagiaten und Technologieklau fundierenden Volkswirtschaft abgelegt. Plötzlich präsentiert sich China als ein Akteur, der in einigen der international als „Zukunftstechnologien“ apostrophierten Technologiebereichen bereits an der Spitze der globalen Innovationsbewegung steht. Gerade bei der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz und der Umsetzung von maschinellem Lernen in Massenmärkten stehen chinesische Unternehmen weltweit vorne. Eine wichtige Rolle für diesen rasanten Aufstieg spielt zweifelsohne das besondere Verhältnis, das die Eliten in Partei, Staat und Unternehmen in Chinas modernem Staatskapitalismus zueinander pflegen. In Europa mit Staunen zur Kenntnis genommene, hoch ambitionierte Planvorgaben erweisen sich bei näherer Betrachtung als von den Eliten gemeinsam ausgearbeitete „Businesspläne“, die Innovationsträgern außergewöhnliche Rahmenbedingungen und hohe Investitionssicherheiten schaffen. Können Deutschland und Europa von diesen Strukturen lernen, oder steht das chinesische Modell im Widerspruch zu unseren Werten und Normen? Ist es mittelfristig überhaupt stabil? Und inwiefern können europäische Unternehmen aktuell an der chinesischen Innovationsdynamik partizipieren und von dieser profitieren?