Prof. Jürgen Schmidhuber

Jürgen Schmidhuber will seit seinem 15. Lebensjahr eine sich selbst verbessernde Künstliche Intelligenz (KI) bauen, die klüger ist als er selbst, um dann in Rente zu gehen. Namhafte Medien bezeichneten ihn als den Vater der modernen KI. Er ist wissenschaftlicher Direktor des Schweizer Forschungsinstituts für KI IDSIA (USI & SUPSI). Die preisgekrönten tiefen neuronalen Netzwerke (Deep Learning, Long Short-Term Memory etc.) seiner Forschungsgruppen an der TU München und am IDSIA revolutionierten das Maschinelle Lernen und die KI. Durch die wertvollsten börsennotierten Firmen der Welt wie Google (z.B. Übersetzung & Spracherkennung), Apple, Microsoft, IBM, Baidu, Amazon und zahlreiche weitere Firmen sind sie nun Milliarden von Nutzern zugänglich. Sie waren die weltweit ersten, die übermenschliche visuelle Mustererkennungsresultate erzielten, wichtig u.a. zur Krebsfrüherkennung. Er erhielt zahlreiche internationale Preise und ist Chief Scientist der Firma NNAISENSE, die die erste praktische Allzweck-KI erschaffen will.


Künstliche Intelligenz wird alles ändern

Ist das Ende der vom Homo sapiens sapiens dominierten Geschichte in Sicht? Kaum 75 Jahre nach Konrad Zuses erstem programmgesteuerten Rechner erledigen unsere selbstlernenden künstlichen neuronalen Netze manche Aufgabe bereits besser als Menschen und gewinnen dabei zahlreiche Wettbewerbe. Automatisch entdecken sie Tumorzellen im menschlichen Gewebe, erkennen Sprache, Handschrift oder auch Verkehrszeichen für selbstfahrende Autos, sagen Aktienkurse voraus, übersetzen Texte oder steuern Roboter für die Industrie 4.0. Heute schon sind unsere seit den 1990ern in München und der Schweiz entwickelten tiefen Netze Milliarden Smartphone-Nutzern zugänglich, etwa für Spracherkennung und maschinelle Übersetzung. Unsere automatischen Problemlöser werden zusehends vielseitiger und bald über mehr rohe Rechenkraft verfügen als ein Menschenhirn; ein paar Jahrzehnte später wohl über mehr als alle Menschenhirne zusammen. Die entsprechende Lernsoftware scheint nicht weit hinterherzuhinken. Zumindest auf dem Papier gibt es bereits in meinem Labor entwickelte universelle Problemlöser, die in einem gewissen mathematischen Sinne optimal sind. Unsere formelle Theorie des Spaßes erlaubt sogar, Neugierde und Kreativität zu implementieren, um künstliche Wissenschaftler und Künstler zu bauen. Diese Entwicklung wird voraussichtlich fast jeden Aspekt unserer Zivilisation sehr rasch sehr grundlegend verändern. Und superkluge KIs werden vielleicht bald das Sonnensystem und den Rest der Galaxis besiedeln.